Gute Beispiele aus anderen Städten

In München...

...gibt es bereits 58 km eigene Trassen für Straßenbahnen und zahlreiche Verlängerungen sind geplant.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sind ein Tochterunternehmen der Stadtwerke München. Neben U-Bahnen und Bussen betreibt die MVG auch die Münchner Straßenbahn. Ihr Netz erstreckt sich auf über 82 Kilometer, wovon der Trambahn auf einer Strecke von 58 Kilometern eine eigene Trasse zur Verfügung steht. www.mvg.de

Ingo Wortmann, Geschäftsführer der MVG:
„In München war die Tram lange Zeit ein Auslaufmodell: Sie galt als altmodisch, unflexibel und sollte unbedingt durch U-Bahnen und vermeintlich flexiblere Busse ersetzt werden. Glücklicherweise haben die Verantwortlichen in den 1990er-Jahren umgesteuert und verstanden, dass die Straßenbahn ein unverzichtbarer Bestandteil der urbanen Mobilität ist, denn oft reichen die vergleichsweise kleinen Kapazitäten von Bussen nicht aus, die hohe Kapazität einer U-Bahn ist aber nur in sehr dicht besiedeltem Umfeld sinnvoll. Zudem erreicht die Tram wegen ihrer angenehmen Fahrweise die höchsten Beliebtheitswerte bei den Fahrgästen und ist dank moderner Bauformen städtebaulich gut zu integrieren. Der Erfolg in München spricht für sich: Die neu eröffneten Strecken erfreuen sich großen Zuspruchs und bereits nach wenigen Jahren wurden die Takte verdichtet, um den gestiegenen Fahrgastzahlen gerecht zu werden – ein großer Gewinn für die Stadt und die Umwelt. Auch in München starten in nächster Zeit die Baumaßnahmen weiterer Strecken, der so genannten Westtangente und der Nordtangente. Zahlreiche Verlängerungen sind in Planung.

Fotos: MVG

In Erfurt...

...bieten historische Altstadt & moderne Straßenbahnen ein kontrastreiches Bild.

90% der mehr als 160.000 täglichen Fahrgäste fahren in Erfurt mit den Straßenbahnen oder der Buslinie 9. Erfurt ist eine wachsende Stadt und immer mehr Menschen nutzen die 6 Stadtbahnen und 24 Buslinien. Um die wachsende Zahl von Fahrgästen zu bewältigen und Barrierefreiheit herzustellen, wurden 2021 von den Erfurter Verkehrsbetrieben (EVAG) 14 neue Niederflur-Straßenbahnen gekauft. Sie ersetzen teilweise ältere Bahnen und sorgen jetzt dafür, dass Fahrgäste schnell und bequem von A nach B kommen. www.evag-erfurt.de

Myriam Berg, Vorstand Erfurter Verkehrsbetriebe AG:“Zeugnisse vergangener Zeiten stehen Spalier, wenn sich unsere rot-weißen Straßenbahnen leise durch die Innenstadt und Fußgängerzone schlängeln.Touristen und Erfurter finden hier beste Gelegenheiten zum Einkaufen, Spazieren und Entspannen. Die Landeshauptstadt ist eine lebendige Stadt – dank unserer Stadtbahnen schlägt ihr Herz im 10-Minuten-Takt. Der Anger ist Kreuzungspunkt aller Stadtbahn-Linien und ein idealer Platz für einen Zwischenstopp, um in zahlreichen umliegenden Geschäften und Cafés im Zentrum der Stadt Versuchungen nachzugeben.“

Fotos: EVAG

In Freiburg...

...geht es mit dem Ausbau des Stadtbahnnetzes weiter zügig voran.

Die Freiburger VAG ist eines der erfolgreichsten Unternehmen des Öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland. Fünf Stadtbahnlinien bilden im 7,5-Minuten-Takt das Rückgrat des Nahverkehrsnetzes. Mit dem Stadtbahnnetz optimal vertaktet fahren die 26 Buslinien zu den wichtigsten Umsteigepunkten und ins Umland. Letztes Bauprojekt war die „Waldkircher Straße“ – hier wurde die Straßenbahntrasse erneuert bzw. neu gebaut. Die Strecke wurde im Juni 2023 eröffnet und blieb im geplanten Zeitplan und Kostenrahmen. www.vag-freiburg.de

Oberbürgermeister Martin Horn betont die Bedeutung des Projekts:
„Wir brauchen einen attraktiven Öffentlichen Nahverkehr, um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Mit der Eröffnung in der Waldkircher Straße kann nun ein weiteres Kapitel für den Ausbau des Stadtbahnnetzes abgeschlossen werden. Hier ist mehr passiert als nur eine reine Gleiserneuerung – wir haben in die wesentliche Verbesserung der klimafreundlichen Verkehrsinfrastruktur unserer Stadt investiert. Die Menschen im Güterbahnhofareal werden optimal angeschlossen und die Haltestellen sind modern sowie barrierefrei ausgebaut… Und der Ausbau des Stadtbahnnetzes wird auch in den kommenden Jahren konsequent weitergehen.

Auszug aus der Pressemitteilung VAG Freiburg vom 14.06.2023

Fotos: VAG Freiburger Verkehrs AG

In Ulm...

...hat die Straßenbahnlinie 2 den ÖPNV enorm bereichert und einen großen Anschub verliehen.

Seit 1897 gibt es die Straßenbahn in Ulm. Seither wurde sie ständig weiterentwickelt und das Netz ausgebaut. Die Linie 2, die zur Hochschule fährt, wurde z.B. im Jahr 2018 eröffnet. Auf den grünen Rasengleisen rollen übrigens Avenio-Straßenbahnen durch die Stadt. Diese modernen Trams aus dem Hause Siemens werden seit kurzem auch in Nürnberg eingesetzt. Weil die Fahrgastzahlen ständig steigen, wird derzeit über eine Erweiterung der Straßenbahn bis nach Neu-Ulm nachgedacht.
www.swu.de/privatkunden/produkte-leistungen/mobilitaet

Ralf Gummersbach, Technischer Geschäftsführer SWU Verkehr:
„Die Straßenbahnlinie 2 hat den ÖPNV in Ulm enorm bereichert und einen großen Anschub verliehen. Die Fahrgastzahlen entsprechen absolut den Erwartungen, die Linie wird sehr gut angenommen. Durch den elektrischen Betrieb mit regenerativem Öko-Strom konnten wir zahlreiche Dieselbusse, die zuvor die Linie bedient hatten, abschaffen. Dadurch sparen wir sehr viel CO2 ein und können einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrswende leisten.“

Jürgen Späth, Leiter Schienenfahrzeuge:
„Ich selbst wohne in einem Stadtteil, in den seit ca. 10 Jahren die Straßenbahn fährt.
Die Bürgerinnen und Bürger schätzen den Bahnanschluss sehr – selbst die ehemaligen Gegner fahren gerne mit. Besonders loben sie den ebenen Einstieg! Früher fuhr der Bus zu mir nach Hause. Seit 2009 fährt die Straßenbahn und die Fahrgastzahlen steigen stetig. Demnächst muss der Fahrplantakt auf 6,5 Minuten verdichtet werden.“

Fotos: Stadtwerke Ulm